DIE AUSSTELLUNG WURDE VERLÄNGERT! 

Zerstörte Vielfalt im Nationalsozialismus

„Entartete Kunst“ im zentralen Depot Schloss Schönhausen

 

Wer an das Schloss Schönhausen in Pankow denkt, der mag dabei die preußische Königin Elisabeth Christine im Sinn haben oder die Zeit des Schlosses als Gästehaus der DDR-Regierung. Weniger bekannt dagegen ist bisher noch seine Nutzung als Depot für „Entartete Kunst“ in der NS-Zeit. Ein Festakt am 10. Mai 2019 war der Auftakt für eine Ausstellung, die dieses Thema zum ersten Mal umfassend für ein großes Publikum aufarbeitet.

 

Angetrieben von der Wahnvorstellung einer „rein deutschen“ und antimodernen Kultur, diffamierte das NS-Regime Kunstwerke, die mit der Ideologie des Nationalsozialismus nicht vereinbar schienen, schlichtweg als „entartet“. Sie wurden aus den Museen entfernt, oft zerstört oder zum Verkauf in Depots verbracht. Als zentrales Depot diente das Schloss Schönhausen in Berlin-Pankow. Ab 1938 lagerte hier die wahrscheinlich größte und bedeutendste Ansammlung von Kunst des frühen 20. Jahrhunderts, die es je gab.

 

In der nun im Schloss zu besichtigenden, selbständig erarbeiteten Ausstellung setzen sich Schülerinnen und Schüler des Berliner Felix-Mendelssohn-Bartholdy-Gymnasiums intensiv mit den historischen und künstlerischen Aspekten dieses dunklen Kapitels der Schlossgeschichte auseinander.

 

Die Ausstellung wird unterstützt durch den Berliner Projektfonds Kulturelle Bildung, die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg, den Förderverein Schloss & Garten Schönhausen e.V. und das Felix-Mendelssohn-Bartholdy-Gymnasium. Sie ist bis auf weiteres zu sehen, jeweils donnerstags 15.30-17 Uhr, sonnabends und sonntags 10-17.30 Uhr.




Freitag, 13. September 2019, 20 Uhr

Schäfchen im Trockenen

Lesung mit Autorin Anke Stelling


"Resi hätte wissen können, dass ein Untermietverhältnis unter Freunden nicht die sicherste Wohnform darstellt, denn: Was ist Freundschaft? Die hört bekanntlich beim Geld auf. Die ist im Fall von Resis alter Clique mit den Jahren so brüchig geworden, dass Frank Lust bekommen hat, auszusortieren, alte Mietverträge inklusive. Resi hätte wissen können, dass spätestens mit der Familiengründung der erbfähige Teil der Clique abbiegt Richtung Eigenheim und Abschottung und sie als Aufsteigerkind zusehen muss, wie sie da mithält. Aber Resi wusste's nicht. Noch in den Achtzigern hieß es, alle Menschen wären gleich und würden durch Tüchtigkeit und Einsicht demnächst auch gerecht zusammenleben. Das Scheitern der Eltern in dieser Hinsicht musste verschleiert werden, also gab’s nur drei Geschichten aus dem Leben ihrer Mutter, steht nicht mehr als ein Satz in deren Tagebuch. Darüber ist Resi reichlich wütend. Und entschlossen, ihre Kinder aufzuklären, ob sie’s wollen oder nicht. Sie erzählt von sich, von früher, von der Verheißung eines alternativen Lebens und der Ankunft im ehelichen und elterlichen Alltag. Und auch davon, wie es ist, Erzählerin zu sein, gegen innere Scham und äußere Anklage zur Protagonistin der eigenen Geschichte zu werden."

(Klappentext des Buchs)


Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Buchlokal Pankow

Info: SPSG




Sonntag, 15. September 2019, 11 Uhr UND 17 Uhr

Bonaria Buenos Aires

Duo Perfetto im Konzert


Der aus Dresden stammende und seit 2004 auf Sardinien lebende Cellist Robert Witt ist neben Engagements bei unterschiedlichen Orchestern auch mit eigenen Ensembles unterwegs. Mit seiner musikalischen Partnerin am Klavier, Clorinda Perfetto aus Cagliari, ist er bereits mehrfach ausgezeichnet worden, und nun in Schönhausen zu Gast. Gemeinsam bringt das Duo Werke von Granados, Piazolla, Turalde und anderen zu Gehör.


Info: SPSG




Mittwoch, 18. September 2019, 18.30-20 Uhr

Der schöne Mittwoch - Abendlicher Märchenspaziergang

mit der Erzählerin und Kulturwissenschaftlerin Ana Rhukiz


Zum Tagesausklang an zauberhaften Orten, wie Goldfischteich, Tröpfelbrunnen und uralten Bäumen lauschen wir Mythen, Legenden & Geschichten, die alle unmittelbar mit diesen besonderen Plätzen zu tun haben. Eine Einladung zu Entspannung, Entschleunigung und Initiation auf dem Pfad der Sinne.
 
Treffpunkt vor dem Schloss (Eingang)
Beitrag: 12,- € / erm. 9,- €
Anmeldung erforderlich unter 030 / 44 73 08 35 oder anarhukiz@gmail.com

Info: www.maerchenundmythen.de




Sonntag, 22. September 2019, 11 Uhr

Spaziergang durch Niederschönhausen

mit dem Historiker Sören Marotz


Gleich neben dem Schloss Schönhausen im denkmalgerecht sanierten Appartementhaus der DDR-Regierung bekommen wir den Wandel Niederschönhausens zum „Zehlendorf des Ostens“ direkt zu spüren. Wenige Schritte weiter gehen wir an der Stillen Straße mit dem „Städtchen“ vorbei, lassen den „Blauen Stern“ rechts liegen und kommen zum ehemaligen Wochenmarkt Niederschönhausens, dem zweiten „Zentrum“ neben dem Ossietzkyplatz. Über die ehem. Residenz der „Ständigen Vertretung“ der Bundesrepublik Deutschland in der Kuckhoffstraße und dem kleinen Heimatmuseum „Brose-Haus“ mit seinen Sonderausstellungen kehren wir nach ca. 1,5 km Spazierweg vorbei an der Friedenskirche zum Schloss Schönhausen zurück.


Info: SPSG




Freitag, 27. September 2019, 20 Uhr

Was aus uns geworden ist

Lesung mit Autor André Herzberg


Richard, Eike, Anton, Michaela, Peter und Jakob, der Erzähler. Sechs Menschen, die unterschiedlicher nicht sein könnten, die aber eins gemeinsam haben: sie alle sind Kinder jüdischer Eltern, die in der DDR aufgewachsen sind. Ihre Kindheit war geprägt von den Nachwirkungen der Kriegserlebnisse, den Toten der Familie, den Traumata und dem Schweigen, Angst und Verdrängung. Ihre wirkliche Identität konnten sie alle nicht leben, nicht in der Familie, nicht in ihrem Staat. Als nach der Wende die Lebensentwürfe einer nach dem anderen zusammenfallen, müssen sie jeweils eigene Antworten finden auf die Fragen, die die Geschichte in ihnen aufgeworfen hat. Ein berührender, tief emotionaler Roman über die großen Fragen nach Sinn und Zugehörigkeit im Spiegel der jüngeren deutschen Vergangenheit.


Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Buchlokal Pankow

Info: SPSG




Dienstag, 1. Oktober 2019, 20 Uhr

Durchgangszimmer Prenzlauer Berg: Eine Berliner Künstlersozialgeschichte der 1970er und 1980er Jahre in Selbstauskünften

Vortrag mit Barbara Felsmann und Annett Gröschner


Prenzlauer Berg ist binnen zweier Jahrzehnte zu einer banalen Residenz von Besserverdienenden geworden. Die längste Zeit aber war er ein verrotteter, rauer, urbaner Arbeiterkiez. Von den 1960er bis zu den 1980er Jahren siedelten sich hier zudem viele Künstler, Studenten, Intellektuelle, Punks und andere nicht eben stromlinienförmige Existenzen an. Zwischen ihnen entstand eine intensive geistige Infrastruktur mit großer Ausstrahlung in die gesamte DDR und über deren Grenzen hinaus.

Barbara Felsmann und Annett Gröschner wollten schon früh wissen, welche biographischen, sozialen und politischen Umstände es waren, aus denen sich schließlich der Mythos vom »Künstlerviertel Prenzlberg« speiste. Deshalb haben sie von 1997 bis 1999 zahlreiche Gespräche mit Protagonisten oder auch kenntnisreichen Randfiguren geführt. In den daraus kondensierten Texten geben die Gesprächspartner die Vielschichtigkeit und Widersprüchlichkeit des Gewesenen ganz unprätentiös wieder, wie sie es erlebt haben. So wurde dieses lange vergriffene, nach dreizehn Jahren endlich neu aufgelegte und um zwei Fotoessays von Barbara Metselaar Berthold und Robert Conrad ergänzte Buch zu einem bedeutenden Oral-History-Dokument der ostdeutschen und Berliner Geschichte.


Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Buchlokal Pankow

Info: SPSG



Sonntag, 13. Oktober 2019, 16 Uhr

Goethe und seine Gärten

Lesung und Musik mit Antje und Martin Schneider


Der Dichter als Gartenplaner, Botaniker und Gärtner, der sowohl Lust als auch Frust erfährt. Auch zu Goethes Zeiten wurde der Salat von den Schnecken gefressen und man musste genau planen, welche Gemüse und Kräuter für die notwendige Selbstversorgung angebaut werden mussten.

Es kommen zu Wort: Goethes Lebensgefährtin Christiane Vulpius, sein Sohn August von Goethe, Zeitgenossen wie Wieland, Bertuch, Bettine von Arnim, der Hofgärtner Dietrich und natürlich der Dichterfürst selbst. Violine und Klavier verbinden und untermalen mit Musik der Klassik und mit volkstümlichen Liedern die Texte. Lesung (Antje und Martin Schneider) mit Musik für Violine und Klavier.


Info: SPSG




Donnerstag, 24. Oktober 2019, 18 Uhr

Die Macht der Kerzen - Erinnerungen an die Friedliche Revolution

Buchpräsentation und Lesung mit Werner Krätschell


Der evangelische Pfarrer Werner Krätschell war Ende der 1980er-Jahre als Superintendent für 24 evangelische Kirchengemeinden im Norden Ost-Berlins verantwortlich. Im Pfarrhaus an der Breiten Straße trafen sich Oppositionelle: Künstler und Intellektuelle wie Reiner Kunze und Adolf Dresen, Kirchenleute wie Ruth und Hans Misselwitz. Das Haus war ein Treffpunkt der demokratischen Opposition und der Friedlichen Revolution, auch die Stasi war immer in der Nähe. In der Wendezeit saß Krätschell als einer der Moderatoren am Berliner Runden Tisch. Anhand seiner Tagebuchaufzeichnungen aus dem letzten Jahr der DDR erinnert er sich und kommentiert aus heutiger Sicht die ereignisreiche Zeit der Friedlichen Revolution in Ost-Berlin.


Eine Veranstaltung des Förderverein Schloss & Garten Schönhausen e.V.

Info: SPSG




Sonntag, 27. Oktober 2019, 16 Uhr

Marionettentheater: Rapunzel

Mit Angelica Bennert und Vera Pachale für Familien mit Kindern ab 4 Jahre


Angelica Bennert und Vera Pachale bringen das berühmte Märchen der Gebrüder Grimm als Marionettentheater für Kinder ab 4 Jahren und ihre Familien auf die Bühne.


Info: SPSG











 

Der Inhalt sämtlicher Ankündigungen wird vom jeweiligen Veranstalter direkt übernommen. Selbstverständlich bemühen auch wir uns dabei um vollkommene Fehlerlosigkeit. Eine Haftung für die hier gemachten Angaben übernehmen wir aber trotzdem nicht.

Einer der frisch restaurierten Spiegelrahmen im Gartensaal. Noch sind die Ergänzungen ohne farbliche Fassung.