FRÜHLING IN SCHÖNHAUSEN. Die Konzerte des Musikgymnasiums Carl Philipp Emanuel Bach entwickeln sich zum Berliner Geheimtipp:


Am 4. Mai 2017 hatten wir wieder das Musikgymnasium im Festsaal des Schlosses zu Gast. Das Programm vereinte auch dieses Mal Bekanntes und weniger Bekanntes auf sehr inspirierende Weise. Die jungen Musiker waren wirklich großartig.



Kammermusik im Schloss Schönhausen  


Der Förderverein Schloss & Garten Schönhausen lud zum dritten Mal Schüler des Musikgymnasiums C.Ph.E. Bach zum Konzert ins Schloss ein. Hier lauschte im 18. Jahrhundert Königin Elisabeth Christine der Musik …

Heute erlebten die zahlreichen Zuhörer eine brillante Mischung verschiedener Instrumente und unterschiedlichster Musik: ein Menuett aus dem Notenbüchlein für Anna Magdalena Bach eröffnete das Konzert (Angelina und Moritz, Oboe, sowie Melin am Fagott). Das Duo Violine/ Cello (Antonia und Clara) spannte den Bogen von Joseph Haydn zu einem Tango – bravo!

Zwei Violinen im musikalischen Wettstreit: Tareq und Jiosué rasten durch ein Duo von Bériot. Großartig! Jessica und Genia „summten“ auf ihren Querflöten u.a. den Hummelflug. Sehr virtuos! Eine sehr interessante musikalische Farbe bot die Prokofjew-Sonate für 2 Violinen (Rebecca und Juliane). Überzeugende Interpretation! Das vielbeklatschte Konzert endete mit einem Divertimento von Mozart (noch einmal trat das Bläsertrio auf). Fröhliche und tänzerische Musik entlässt uns in den Regen... NM


(Quelle: Musikgymnasium)




WELT, 24.03.2017

Schloss Schönhausen präsentiert 300 Jahre alte Wandteppiche


Berlin - Das Berliner Schloss Schönhausen ist um eine Attraktion reicher. Am Freitag hat die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten zwei großformatige 300 Jahre alte Wandteppiche in der ehemaligen Sommerresidenz der preußischen Königin Elisabeth Christine präsentiert. Die Tapisserien wurden 1713 im flämischen Oudenaadre für die Königswohnung im ostpreußischen Schlobitten in Auftrag gegeben. Der Förderverein Schloss und Gärten Schönhausen hatte mehr als 5000 Euro für die Restaurierung gesammelt und so die Ausstellung der antiken Kunstwerke ermöglicht.




BERLINER ABENDBLATT, 20.03.2017

Senat setzt Schönhausen auf die Förderliste


Die hässlichste Ecke am Schloss Schönhausen soll endlich weg. 5,3 Millionen Euro Fördergeld verspricht ein Senatsbeschluss für den Umbau des denkmalgeschützten, aus den 1950er Jahren stammenden Garagenkomplexes am Nordtor des Areals. Diese Fläche gehört dem Land Berlin. Um dort den seit langem geplanten Besucherempfang mit Ticketverkauf, Café, Toiletten und Shop entstehen zu lassen, sollen Bundesmittel aus der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur (GRW) fließen. In Presseberichten hieß es bereits, die Mittel seien bewilligt. Doch die Kulturverwaltung des Senats rudert etwas zurück. „Wir haben den Antrag auf Grundlage des Konzepts aus dem Jahr 2006 erst gestellt“, erläutert Sprecher Lars Bahners. Die zuständige Senatsverwaltung für Wirtschaft prüfe noch. Doch alle seien optimistisch, dass die Bauarbeiten 2018 beginnen und zwei Jahre später fertig sein können.

Für den künftigen Nutzer, die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten, Berlin Brandenburg (SPSG), sagt Sprecher Frank Kallensee: „Wir freuen uns, dass nun endlich die Voraussetzungen geschaffen werden, diesen Ort wieder für die Öffentlichkeit nutzbar zu machen.“ Im Schloss selbst seien die Verhältnisse sehr beengt, deshalb gab es seit langem den Wunsch, das 1.200 Quadratmeter große Garagenareal zu nutzen. Auch eine frühere Tankstelle an der nördlichen Grundstückgrenze des Schlosses scheint kein Hindernis. Ein Altlastengutachten fiel laut Kallensee besser aus als befürchtet. „Die Sanierung ist also machbar“, sagte er. Laut dem künftigen Bauherren, der Kulturverwaltung, bleibt das zehn Jahre alte Konzept aktuell, nur Details würden in der nun folgenden Bauplanung noch geklärt. Neben dem Empfangszentrum sind etwa eine Reviergärtnerei sowie Lager- und Abstellräume zum Vermieten geplant. Seit vorigem Jahr bewirtet Ann-Cathrin Rosenthal mit ihrem mobilen Freiluftcafé „Sommerlust“ am Westtor die Gäste. In der warmen Jahreshälfte laufen die Geschäfte. Ob sie mit ins Ganzjahresdomizil am Nordtor zieht, ist noch offen.


Michael Hielscher




Elisabeth Christines letzte Ruhestätte


Am 10. November 2016 hat der Haushaltsausschuss des Bundestages die Summe von 8,65 Millionen Euro für den Umbau der Hohenzollerngruft bewilligt. Noch einmal dieselbe Summe wird in den kommenden Jahren für die Fertigstellung der Arbeiten benötigt.


Als die Königinmutter Elisabeth Christine 1797 im hohen Alter starb, wurde sie in der Gruft des neuen Berliner Doms bestattet. Der barocke Neubau befand sich damals schon an der Stelle der heutigen Domkirche. Ihr Sarg war nach ihrem ausdrücklichen Wunsch sehr schlicht gestaltet, schwarz gebeizte Eiche, silberne Griffen und mit violettem Samt beschlagen. 1905 fand er zusammen mit den übrigen Sarkophagen der brandenburg-preußischen Hohenzollern Aufstellung in der heutigen Hohenzollerngruft.


In den vergangenen Jahren hat sich leider immer deutlicher gezeigt, dass die Gruft in ihrem heutigen Zustand weder den restauratorischen, noch den musealen Anforderungen genügt. Aus diesem Grund ist die umfassende Neugestaltung unumgänglich. Über die technischen und praktischen Aspekte hinaus wird es dabei wesentlich auch darum gehen, der außerordentlichen Bedeutung dieser Grablege gerecht zu werden, die neben denen in Paris, Wien und Madrid zu den wichtigsten Europas zählt. Die Gruft soll für die schon jetzt zahlreichen Besucher ein Ort des Gedenkens und ein Ort des Lernens werden, ein Ort, der durch den Blick auf die Vergänglichkeit die Sinne schärft für die Gegenwart und für eine Zukunft voller Zuversicht und Tatkraft.


Leider wurde der Sarg unserer Königin im Krieg zerstört, als 1944 die brennende Domlaterne den Kirchenboden durchschlug und in die Hohenzollerngruft stürzte. Der Förderverein setzt sich im engen Kontakt mit dem Berliner Dom dafür ein, dass in der neu gestalteten Gruft in angemessener und anschaulicher Weise auf die letzte Ruhestätte von Elisabeth Christine hingewiesen wird. Wir freuen uns, dass mit der Teilfinanzierung des Projekts sich nun der Weg ebnet auch für die zweite Hälfte der Wegstrecke und wünschen dem Berliner Dom viele großzügige Sponsoren und Spender, auch in Hinblick auf Preußens erste wahre Landesmutter.




Empfang zum 301. Geburtstag der Königin


Wie jedes Jahr trafen sich am Abend des 8. November Mitglieder des Fördervereins und einige Gäste im Schloss Schönhausen zu einer besinnlichen Feierstunde zu Ehren der preußischen Königin Elisabeth Christine. Über mehr als 50 Jahre hinweg hat sie hier ihre Sommer verbracht. Hier fand sich der Hof zur Cour ein, hier wurden Empfänge und Konzerte gegeben. Nach Schönhausen lud Elisabeth Christine ihre Familie sowie Dichter und Gelehrte. Hier widmete sie sich ihren privaten Studien und fand im Garten jene Ruhe, die sie im Berliner Schloss meistens vergeblich suchte.


Nach einigen Worten der Begrüßung durch den Vorstand hatten die Anwesenden bei einer kurzen Lesung Gelegenheit, etwas zur Historie des sogenannten Beau Sancy zu erfahren, eines der größten Diamanten der Welt, Kronjuwel der Hohenzollerndynastie, Amulett der Hohenzollernbräute. Das Original befindet sich seit 2012 in unbekanntem Privatbesitz. Eine Replik aus geschliffenem Bergkristall erinnert an den legendären Stein.



 



Rückblick auf unser Konzert am 2. Juni

SOMMER IN SCHÖNHAUSEN

Kammermusik mit Schülern des Musikgymnasiums Carl Philipp Emanuel Bach

Schon zum zweiten Mal zu Gast im Festsaal des Schlosses: Das bekannte Musikgymnasium - sommerlich, herzerfrischend und "voll reizender Fröhlichkeit". Ein wunderbares Programm!


Sommerkonzert in Schönhausen

 

"Während im Hintergrund draußen im Springbrunnen des Schlossparks kleine Kinder badeten, stellten sich vorn im stuckverzierten Festsaal des Schlosses Schönhausen die jungen Solisten der Kammermusik des Musikgymnasiums unter den gewaltigen Kronleuchtern vor den bodentiefen Fenstern auf.

Gemeinsam mit dem Förderverein Schloss & Garten Schönhausen wurde das Konzert von Frau Leo organisiert. Zwischen den einzelnen Beiträgen ergänzte Jochen von Grumbkow die Musik mit Zitaten aus der Zeit, als das Schloss noch Sommerresidenz der Gemahlin Friedrichs des Großen war. 

Begonnen in G-Dur und geendet in D-Dur wurde mit Georg Philipp Telemann, vorgetragen von vier Violinen. Professor Kittel hat das Programm passend zum Ort zusammengestellt. In fünf von insgesamt sieben Beiträgen spielte Antonia Mütze aus der 6. Klasse Violine in rotem Festkleid. Zweimal wurde sie begleitet von Klara Schmidek auf dem Cello ebenfalls in leuchtendem Rot.

Im Duett spielten Tareq Matar und Maxim Bergeron ein Stück von Charles-Auguste de Bériot und eins von Joseph Haydn, beide auf der Violine, beide 6. Klasse. Begleitet und ergänzt wurden die vier Interpreten von Leonie Seemann aus der 8. Klasse."

c.h.

Musikgymnasium Carl Philipp Emanuel Bach
 


  

Wir freuen uns sehr, den vielen Interessenten mitteilen zu können, dass der Festvortrag von Herrn Dr. Alfred Hagemann (8. November 2015) in leicht erweiterter Gestalt online nachzulesen ist auf der Publikationsplattform perspectivia. 

 

 

 

BERLINER WOCHE zum 08.11.2015 

Festakt zum 300. Geburtstag der Königin Elisabeth Christine

 

Niederschönhausen. Elisabeth Christine verbrachte einen großen Teil ihres Lebens auf Schloss Schönhausen. Ihr 300. Geburtstag war deshalb für den Förderverein Schloss und Garten Schönhausen Anlass, die Königin zu ehren.Im Festsaal des Schlosses fand ein gemeinsamer Festakt des Fördervereins und der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten (SPSG) mit vielen geladenen Gästen statt, darunter Pankows Bürgermeister Matthias Köhne (SPD). Dr. Alfred Hagemann beschrieb in seinem Festvortrag die Königin von Preußen als volksverbundene und bis ins hohe Alter aktive Monarchin. Vieles im Schloss erinnere noch heute an ihr gestalterisches Wirken, wie die Papiertapeten in einigen Räumen zum Beispiel.
Vor dem Festakt im Schloss hatte der Vorstand des Fördervereins Schloss und Garten Schönhausen in der Gruft des Berliner Domes einen Kranz niedergelegt. In der Hohenzollerngruft befand sich bis 1944 der Sarg Elisabeth Christines. Er verbrannte infolge eines Fliegerangriffs. Heute erinnert dort eine Stele an ihr Wirken.
Während des Festaktes im Schloss Schönhausen hob Uwe Katzer hervor, dass die Anziehungskraft von Schloss Schönhausen auch durch das aktuelle Jubiläum der Königin weiter zugenommen habe. Schloss und Garten würden zunehmend als Ort preußischer und deutscher Geschichte wahrgenommen. Dafür dankte der Generaldirektor der Stiftung Professor Hartmut Dorgerloh auch den engagierten Mitgliedern aller Vereine, die sich um Schloss und Garten sowie um das Wachhalten der Erinnerung an die Geschichte des Schlosses kümmern.

Bernd Wähner 

 

 

BERLINER MORGENPOST, 05.11.2015 

Elisabeth Christine

Die Königin wird rehabilitiert - in einem Animationsfilm

 

Elisabeth Christine galt lange als die verschmähte und verbannte Gemahlin von Friedrich II. Ein Animationsfilm zeigt ihre andere Seite.

 

Nicht hässlich. Nicht schön. Gottesfürchtig. Mit diesen Worten beschrieb König Friedrich Wilhelm I. seine künftige Schwiegertochter. Elisabeth Christine (1715-1797) hatte am Hof einen schweren Stand, ihr Ruf wurde durch die Geschichtsschreibung des 19. Jahrhunderts ruiniert, sie war demnach die von Friedrich II. verschmähte, auf Schloss Schönhausen verbannte Königin. Dieses Bild versucht die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten zu korrigieren – unter anderem mit der Ausstellung "Frauensache" im Schloss Charlottenburg – und der Berliner Dom macht auch mit.

Unten in der Hohenzollerngruft steht zwar nicht mehr der Original- Sarg, der war schlicht und verbrannte nach einem Bombentreffer im Zweiten Weltkrieg. Aber zu ihrem 300. Geburtstag am kommenden Sonntag wird im Anschluss an den Gottesdienst dort ein Kranz niedergelegt - und Elisabeth Christine bekommt einen knapp vierminütigen Animationsfilm, der zur Image-Verbesserung beitragen soll und sie nebenbei in den Rang einer frühen "Landesmutter" erhebt.

Schließlich hat sie sich während der 46-jährigen Regentschaft von Friedrich II., der es vorzog, Krieg zu führen oder sich in Sanssouci aufzuhalten, um die repräsentativen Pflichten und das Hofzeremoniell in Berlin gekümmert und eine gewisse Volksnähe entwickelt, wie Jochen von Grumbkow vom Förderverein Schloss und Garten Schönhausen bei der Präsentation am Mittwoch in der Gruft erzählte.

Elisabeth Christine hatte eine behütete Kindheit. König Friedrich Wilhelm I. suchte sie aus, seine Gattin hatte eigentlich andere Pläne und sein Sohn, Kronprinz Friedrich, hätte auch gern ein Wörtchen mitgeredet. Die Zeiten aber waren nicht so. Im 18. Jahrhundert wurde am Hof strategisch verheiratet, um Liebe ging es bei den Ehen nicht, dafür waren schließlich die Mätressen da.

Dass der Kronprinz der Heirat zustimmte, war strategischem Kalkül geschuldet. Er verachtete den autoritären Erziehungsstil des Vaters, mit 18 Jahren wollte er nach Frankreich fliehen. Die Flucht scheiterte, sein Freund Katte bezahlte das mit dem Leben. Der König hatte das Gericht angehalten, das lebenslange Festungshaft- in ein Todesurteil umzuwandeln. Der Kronprinz musste der Enthauptung des Freundes 1730 beiwohnen.

Keine einfache Jugend, die manches spätere Verhalten erklären mag. Vielleicht auch die abfälligen Worte gegenüber seiner Gemahlin Elisabeth Christine von Braunschweig-Wolfenbüttel-Bevern, der Tochter Herzog Ferdinand Albrechts II. von Braunschweig. Sie war 17 als 1733 geheiratet wurde, drei Jahre später zog das Paar nach ins Schloss nach Rheinsberg. Die Zeit gilt als die glücklichste des Paares, Elisabeth Christine soll ihren Mann, der sich dort seinen musischen Fähigkeiten widmen konnte, nicht nur bewundert, sondern sogar geliebt haben. Kinderlos blieb die Beziehung trotzdem, was in der damaligen Zeit eine mittlere Katastrophe war.

Das Studio "buchstabenschubser" hat sich bei der Figurendarstellung für den Animationsfilm von Gemälden anregen lassen. Ein bisschen erinnert die Ästhetik an Monty Pythons Fernseharbeiten. Wenn die Rheinsberger Zeit thematisiert wird, formt Elisabeth Christine eine Seifenblase in Herzform in Richtung des Gemahls. Und in der Szene, in der König Friedrich Wilhelm I. seine künftige Schwiegertochter auswählt, hängen vier Damen an einer Art Wäscheleine, bevor der Herrscher seinen Arm ausstreckt und mit dem Finger auf die Gewünschte zeigt.

Mit dem Film soll nicht nur die "verkannte Königin" rehabilitiert, sondern auch die Hohenzollerngruft im Berliner Dom zeitgemäßer präsentiert werden. Ein vielversprechender Anfang.

Stefan Kirschner 

 

 

 

BERLINER ABENDBLATT, 07.09.2015

Endlich Kaffee!

 

Es ist vollbracht. Seit Jahren hofften die Pankower darauf. Seit Monaten quälte sich die Stiftung Preußischer Schlösser und Gärten zu einer Lösung. Endlich haben die Besucher des Schlosses Schönhausen eine Adresse, wenn nach Museumsbesuch und Parkspaziergang Kaffeedurst oder Hunger aufkommt. Das „Café Sommerlust“ am Westeingang des Parks – am Anfang der Tschaikowskistraße – bewirtet nun Gäste unter freiem Himmel und stattlichen Bäumen. Es ist ein lauschiges Plätzchen, mit dem Betreiberin Ann-Cathrin Rosenthal sehr gut leben kann: „Ich finde es ideal, hier gibt es Sonne und Schatten. Optimal.“ Auch wenn die Gäste zur Toilette ein paar Schritte zum Schloss laufen müssen.

Die Standortfrage war lange umstritten. Das Teehäuschen im Park kam wegen Denkmalschutzauflagen nicht in Frage. „Außerdem ist es zu klein“, sagt Rosenthal. Die zunächst favorisierte Terrasse an der Südseite des Schlosses schied aus, weil es keine verträgliche Lösung für Wasser- und Stromanschlüsse gab. Schließlich erwies sich der Westeingang mit dem benachbarten Wirtschaftsgebäude als Ausweg. Hier gibt es Anschlüsse für Wasserschläuche und Stromkabel, um das mobile Café zu betreiben. Den dafür nötigen Thekenwagen erwarb Ann-Cathrin Rosenthal in München, gefunden hatte sie diesen über Ebay.

Täglich von 9 bis 17 Uhr, bei schönem Wetter gern auch länger, erwartet das Café nun seine Gäste. Blechkuchen, Zitronentarte, New York Cheesecake oder Carrot Cake, mittags auch herzhafte Pies mit thailändischer, griechischer oder Tex-Mex-Füllung sowie eine breite Palette an Kalt- und Warmgetränken lassen den Besucher zufrieden rasten.

Ann-Cathrin Rosenthal ist erfahrene Gastronomin. Sechs Jahre lang betrieb sie das Café Schönhausen in der Florastraße, bevor sie dieses Ende 2014 verkaufte. Ursprünglich hatte sie vor, ein Museumscafé in Dahlem zu übernehmen. Als sich dieser Plan zerschlug, las sie im Abendblatt von den Plänen, am Schloss Schönhausen ein Café zu etablieren. „Das kam gerade rechtzeitig für mich.“ Ihr Konzept überzeugte offenbar genauso wie der Fakt, dass sie die kalte Jahreszeit persönlich mit einem zweiten Standbein überbrücken kann. Dann arbeitet sie im Veranstaltungsmanagement. Doch solange es frostfrei ist, wird sie gemeinsam mit ihrem Team fürs leibliche Wohl im Schlosspark sorgen.

Die begeisterten Reaktionen auf ihre Eröffnung, faktisch Mitte August, offiziell bei der langen Nacht der Museen am vorigen Wochenende, zeigen, wie sehr die Pankower auf sie und ihr Café gewartet haben.

Michael Hielscher (Text und Bilder)

 

 

 

 

RBB-ONLINE, 25.03.2015 

Moderator des Runden Tisches in der DDR gestorben

 

Es war der erste große politische Erfolg der Bürgerbewegung in der DDR: Die Einrichtung eines runden Tisches, an dem die SED-Führung erstmals auf Augenhöhe mit der Opposition verhandelte. Der frühere Brandenburger Oberkirchenrat Martin Ziegler war einer der Moderatoren der Gespräche. Nun ist er in Schildow gestorben.

Einer der Moderatoren des zentralen Runden Tisches in der DDR ist tot. Der evangelische Theologe Martin Ziegler starb am Samstag im Alter von 83 Jahren in seinem Heimatort Schildow nördlich von Berlin.

Er soll am 13. April in Schildow beigesetzt werden, wie Pfarrer Bernhard Hasse von der Evangelischen Kirchengemeinde Mühlenbeck am Mittwoch sagte. Ziegler hatte den Runden Tisch von Dezember 1989 bis März 1990 im Berliner Bonhoefferhaus zusammen mit einem katholischen Geistlichen und einem Pastor der Evangelisch-methodistischen Kirche moderiert.

Der Runde Tisch trat am 7. Dezember 1989 zum ersten Mal zusammen. In dem Gremium sprach die SED-Führung erstmals mit der Opposition auf Augenhöhe. Die Gespräche beeinflussten stark die Politik der Regierung Modrow bis zur Volkskammerwahl am 18. März 1990.

Arbeitsgruppen des Runden Tisches erarbeiteten unter anderem einen Entwurf für eine neue Verfassung und verhandelten die Auflösung der Staatssicherheit beziehungsweise ihre Umwandlung in das Amt für Nationale Sicherheit.
Ziegler wurde 1931 in Berlin geboren. Er studierte Theologie an der Humboldt-Universität, anschließend arbeitete er als Pfarrer in der Gegend um Merseburg in Sachsen-Anhalt, wo er von 1968 bis 1974 auch Superintendent war. Danach wurde Ziegler zum Direktor des Diakonischen Werkes der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg berufen, das er von 1975 bis 1983 leitete.

Im Jahr 1983 erhielt er den Titel Oberkirchenrat. Bis 1991 war er als Leiter des Sekretariats des DDR-Kirchenbundes Nachfolger von Manfred Stolpe, der 1990 zum brandenburgischen Ministerpräsidenten gewählt wurde. Seinen Dienst als Direktor der Hoffnungstaler Anstalten in Lobetal bei Bernau nahm Martin Ziegler 1991 auf und führte ihn bis zu seinem Ruhestand 1994 fort.

 

 

 

März 2015 

Der Teppich hat Glück
Ein Werkstattbesuch im brandenburgischen Thyrow

Es ist ein Fest für die Sinne. Wie gebannt hören wir acht Mitglieder unseres Fördervereins am heutigen Samstag den Geschichten von Anita Gerlach zu. Sie erzählt über drei Stunden lang: über Zufälle, die sie zur Meisterin in der Kunst des Handwebens machten; über Mutmacher wie ihre Eltern, ihren Mann und ihre zwei Kinder; über stundenlange Fahrten zwischen ihrem Wohnort Thyrow mit dem „Sputnik“ um Westberlin herum zu ihrem langjährigen Arbeits- und Lernplatz Museum für Deutsche Geschichte in Berlins Mitte; über ihren engagierten Weg zu einer begehrten Restauratorin. „Ich habe jeden Tag in meinem Leben Arbeit gehabt“, sagt die über Siebzigjährige stolz. Da sie ihre Werke sorgfältig dokumentiert, bietet ihre Werkstatt uns Gästen einen Einblick in ihr reiches Schaffen: An der Wand hängt eine Plakat von der Sonderausstellung des Arnstädter Schlossmuseums von 2010. In 20 Jahren hat Anita Gerlach die 11 kunsthistorisch wertvollen flämischen Tapisserien aus dem 16. Jahrhundert restauriert. Im Bücherschrank reiht sich Dokumentation an Dokumentation. Sie berichten von einem wieder hergerichteten Sitz der JU 52, von einem strahlenden Seidenkleid und vielem mehr.

 

Ihr Können war der Grund, warum die Jagdtapisserie aus der Sammlung Schlobitten von der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten ihren Händen anvertraut wurde. Dieser arg verschlissene, gerissene, löchrige, aber so wertvolle drei mal fünf Meter große Teppich aus dem Schloss Schönhausen dominiert die Werkstatt seit zwei Jahren. Die Meisterin erklärt anschaulich, wie sie Quadratzentimeter für Quadratzentimeter stopft, flickt, färbt, näht. Gut die Hälfte hat sie geschafft. Auch für uns Laien ist deutlich erkennbar, wo ihre geübten Hände bereits gearbeitet haben. Wir kommen aus dem Staunen und Bewundern gar nicht mehr heraus.

 


Bei unserem Besuch erleben wir das Können einer couragierten Frau. Sie gibt uns eine Einführung in den Umgang mit textilen Schätzen: vom Einsatz von Seifenkrautwurzeln zum Waschen der Teppiche bis zum Verhalten von Wolle und Seide in Schlössern und Kirchen. Aber nicht nur das. Anita Gerlach hüllt uns die ganze Zeit in Wärme. Sie hat für uns gebacken, Kaffee bereitet, und zum Abschluss umarmt sie uns.
Die Jagdtapisserie war das erste Projekt, für das wir als Förderverein Geld gesammelt haben.  Das Kunstwerk wird gerade wiedergeboren bei Anita Gerlach. Wir wollten sehen, wie das geht. Die Meisterin sagte es mehrfach an diesem Vormittag: „Der Teppich hat Glück.“
 

Almuth Hartwig-Tiedt 

 

 

Nicht mehr ganz aktuell, aber dafür ein Gruß aus der Vorgeschichte des Schlossgartens:

 

DAS INLAND, 08.07.1829

"Preußen. Berlin. Wie man im Schooße des Kreuzbergs bey Berlin unlängst die kolossalen Gebeine eines Mammuths gefunden hat, so ist ganz neuerlich im Schloßgarten zu Schönhausen, bey Grabung eines Bassins, das Geweih eines Elends zum Vorschein gekommen."

 

Ein "Elend" ist übrigens ein Elch. Im Jahr 1829 begann der berühmte Landschaftsarchitekt Peter Joseph Lenné mit der Umgestaltung des verwilderten Schlossgartens zum Landschaftspark. Teil dieser Umgestaltung war die seenartige Verbreiterung der Panke. Im Rahmen dieser Aushubarbeiten dürften die Elchschaufeln zutage gefördert worden sein. 

 

   

 

Aus dem Ratgeber "gewusst wie!", Sonderausgabe 2014, S. 24. Vielen Dank für den Hinweis auf unser neues Förderprojekt!  

 

 

 

 

 

   

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Frühling in Schönhausen, Konzert 2017

 

"Das sanftmütige Antlitz Preußens"
Aus dem Animationsfilm in der Hohenzollerngruft, Berliner Dom